Jugendliche und Amateurfunk im Ortsverband Ingolstadt

Innerhalb der Gemeinde der Funkamateure sind Jugendliche immer noch weit in der Minderzahl. Dies ist aus unserer Sicht verbesserungsbedürftig. Daher möchte ich hier ein paar Themen und Aspekte anreißen, um zu zeigen, daß der Amateurfunk gerade für Jugendliche ein extrem vielseitiges und spannendes Hobby ist.

Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit

 

Aktionen / Gelegenheiten

Der Ortsverband Ingolstadt präsentiert sich bei vielen Gelegenheiten in der Öffentlichkeit. Ob mit besonderen Aktivitäten oder mit allgemeinen Informationen - auch hier im Internet.
Solche Aktionen finden z.B. am Ende der Sommerferien im Rahmen des Spielfestes im Ingolstädter Klenzepark statt. Dort waren wir in den letzten Jahren regelmäßig mit Peilgeräten vertreten und haben kleine "Fuchsjagden" veranstaltet. Das hat nicht nur den Kindern, sondern auch uns selbst, sehr viel Spaß bereitet.

Schulstationen

Ein wichtiger Punkt bei der Nachwuchsgewinnung ist die Zusammenarbeit mit Schulen, denn besonders hier bietet sich die Möglichkeit interessierte Schülerinnen und Schüler gezielt anzusprechen. Dieses Bestreben wird meist auch von den Lehrkräften hilfreich unterstützt. So haben zwei Schulen in Ingolstadt eigene Clubstationen, wo Amateurfunkbetrieb in verschiedenen Spielarten vorgeführt und gepflegt werden kann.
Die Stationen sind:

Die Jugend

Die Jugendlichen im Ortsverband haben seit geraumer Zeit auch eine Art "Eigenleben" entwickelt. Unter dem Namen "JAGI", d.h. Jugend-Aktivitätsgruppe Ingolstadt, treiben sie seit 1998 ihr "Unwesen". Dies bedeutet jedoch keinesfalls, daß sich die Jugendlichen im Ortsverband nicht wohlfühlten - das Gegenteil dürfte eher der Fall sein.
JAGI

Die Vielfalt machts !

An dieser Stelle möchte ich nun ein paar, zugegebenermaßen subjektive, Aspekte aus den vielen Möglichkeiten im Amateurfunk ansprechen.
 

Elektronikbasteln


"Das kann ich auch ohne Amateurfunk !" - Ja stimmt. Aber in meinen Augen ergibt sich in der Verbindung zum Funk ein größeres Betätigungsfeld. Die Lizenz berechtigt uns zum Selbstbau oder Umbau von Funkgeräten. Das ist eine Chance, kein Muß ! Wer sich davor fürchtet, der kann ja einer der vielen "Steckdosenamateure" werden. Das sind die Leute, die zwar ihre Stecker anlöten können, aber sich sonst nicht für die Elektronik interessieren. Übrigens sind sie es meistens, die die Frequenzen mit Leben füllen, weil die Bastler ja beschäftigt sind :-). So ist Platz für jeden.
Nun aber zu denen, die auch mal eine Schaltung aufbauen und dann den Augenblick genießen, wenn sie tatsächlich auch funktioniert ( was ja nach Murphy nicht von Beginn an so sein muß ). Hier gilt, man braucht weder einen großen Meßgerätepark noch besonders gute Elektronikkenntnisse. Was man statt dessen braucht, ist das Wissen, wer die Meßgeräte hat und wo ich mir Rat und Hilfe holen kann. Den letzteren Punkt kann man beantworten mit: Hilfe gibt´s bei fast jedem Funkamateur ! Denn es gab ihn schon immer und gibt ihn noch, den Ham-Spirit. Gemeint ist der oftmals totgesagte "Amateurfunkgeist", die Hilfsbereitschaft untereinander und nach außen. Aus eigener Erfahrung behaupte ich, daß es fast überall jemanden gibt, an den sich ein Newcomer mit seinen Problemen wenden kann.

Also beende ich diesen Punkt mit der Folgerung: 

  1. Es macht Spaß 
  2. Jeder kann es lernen 
  3. Wir sind nicht allein bei Problemen ! 

Antennenexperimente


Antennen, sie sind mit die wichtigsten Bestandteile einer Funkstation. Selbst das beste Funkgerät nützt nichts, wenn die Antenne nichts taugt. Nun sind Antennen ja in allen möglichen Ausführungen kommerziell erhältlich. Warum also selber machen ?
Ein Argument ist ganz einfach, daß Antennen nicht unbedingt billig sind. Die Eigenbauten sind halt dann nicht so perfekt, aber deswegen kann man trotzdem ausgezeichnet damit funken.
Der zweite Grund ist der, den ich in Verbindung mit allen Spielarten des Amateurfunks nennen könnte : Es macht einfach Spaß.
Unter den Funkern gibt es ganz skrupellose Gesellen, die fast alles als Antenne benutzen. Das reicht von der Dachrinne, dem Weidezaun oder der Straßenlampe bis zum Baugerüst. Gleiches gilt besonders für Drahtantennen im Kurzwellenbereich, wo die wildesten Formen möglich sind. Für die eigenen Experimente braucht man auch hier nicht viel: z.B. einen alten Transformator, den man zur kostengünstigen Drahtgewinnung nutzt und vielleicht noch ein Stückchen Koaxkabel zum Anschluß. Wem selber die Ideen fehlen, der greift an dieser Stelle zum Rothammel, dieses Buch ist gewissermaßen die "Antennenbibel" unter den Funkamateuren und bietet eine große Zahl von praxisnahen Bauanleitungen. Jetzt kann's auch schon losgehen. Für den, der zu Hause nicht den Platz hat, meterlange Drähte durch die Gegend zu spannen, dem bietet sich diese Möglichkeit auf Fielddays. Hier kann man meist nach Herzenslust rumprobieren und hat auch gleich die OMs um sich, die man bei Fragen ansprechen kann.
Im Prinzip gilt alles was ich über die Kurzwellenantennen gesagt habe natürlich auch für UKW-Antennen. Dabei haben diese den Vorteil der, im Verhältnis, meist kleineren Abmessungen, so daß man auch bei beschränkten Platzverhältnissen besser zurecht kommt.

Also nur Mut - mehr als nicht klappen kann's ja nicht :-) ! 


Weltweite Kommunikation


Kommunikation - in diesem einen Wort steckt eine ungeheure Bandbreite. Im Amateurfunk reicht dies von der traditionellen Morsetelegraphie bis zum Amateurfernsehen. Aber egal welcher Betriebsart man sich auch bedient, sie hat letztlich die Hauptaufgabe die Menschen zu verbinden. Weder Grenzen, Weltanschauungen noch sonstige Unterschiede stellen dabei ein unüberwindliches Hindernis dar. Durch den Amateurfunk haben sich im Laufe der Jahrzehnte unzählige weltweite Freundschaften entwickelt, die Mitglieder verschiedenster Kulturen einander näher brachten. So findet die Völkerverständigung statt, die sich der Amateurfunk mit auf seine Fahne geschrieben hat.
Aber nicht nur in weltumspannenden Dimensionen, nein auch im kleinen Kreise ist die Verbindung zu anderen Amateuren für viele Menschen eine entscheidende Bereicherung ihres Lebens. Im Ortsverband und im lokalen Umfeld sind es die persönlichen Kontakte die das Bild prägen. Denn hier werden die Erfahrungen ausgetauscht und besonders hier wird das Wissen der "alten Hasen" an die Newcomer weitergegeben. Dort befinden sich die Keimzellen, aus denen neue Ideen und Entwicklungen für die Zukunft werden. 
Auch wenn sich die Formen der Kommunikation verändern, es wird auch weiterhin so bleiben - nicht die Technik allein macht den Reiz des Amateurfunks aus! Es sind die Menschen, die ihn mit Leben füllen und in seiner Vielfalt so faszinierend machen. 


Digitale Betriebsarten


Auch wenn man im ersten Moment nicht daran denkt, aber CW ( Morsetelegraphie ) war die erste und ursprünglichste digitale Betriebsart im Amateurfunk. Doch ich meine hier eigentlich Betriebsarten, die man intuitiv schon in die digitale Schublade stecken würde.
Hier ist ein Teilbereich in dem sich auch die Leute wohl fühlen, die es mehr interessiert wie man Bits und Bytes verschiebt und damit Daten überträgt. 
Auch hier läßt sich wieder eine ganze Palette von verschiedenen Betriebsarten oder Verfahren aufzählen.
Im Kurzwellenbereich haben sich die digitalen Betriebsarten vom normalen Fernschreiben ( RTTY ) her entwickelt. Dabei lag das Interesse hauptsächlich in der persönlichen Kommunikation in Schriftform. Während in der Anfangszeit noch mit mechanischen Fernschreibern gearbeitet wurde, ist heute natürlich der Computer das Mittel zum Zweck. Duch die besonderen Bedingungen die bei Kurzwellenfunkstrecken vorliegen, d.h. starke Signalschwankungen, Störungen usw., ist es jedoch nur mit optimierten Kodierungen möglich, gute Übertragungsraten zu erzielen. Im Augenblick setzt dort ein Verfahren mit dem Namen PACTOR 2 Maßstäbe. Es handelt sich dabei um eine reine Amateurfunkentwicklung, sie wird aber wegen der hohen Übertragungsqualität zunehmend auch im kommerziellen Kurzwellenfunk eingesetzt.
Die wohl von den meisten Funkamateuren betriebene digitale Spielart ist Packet Radio (PR) und wird vorwiegend auf den UKW-Bändern verwendet. Es existiert ein weltumspannendes Netz von Knotenstationen, die über Richtfunkstrecken miteinander verbunden sind. Mailboxen mit Store&Forward sorgen für die schnelle Verbreitung von Informationen allgemeiner oder persönlicher Art. Dieses Netz befindet sich ständig im Ausbau um der laufenden Entwicklung und den wachsenden Benutzerzahlen Rechnung zu tragen. Die Betriebsart PR beinhaltet aber weit mehr. Sogar mehr als mancher unter uns Funkamateuren überhaupt weiß ! So werden auch im PR-Netz höhere Protokolle als das dort verewendete AX-25 getestet. TCP/IP ist auch bei uns immer mehr im Vormarsch und Dienste wie FTP- und Web-Server halten Einzug in die direkte Amateurfunkwelt. Dabei steht das PR Netz selbst eigentlich erst noch am Anfang. Es gilt das noch schlummernde gewaltige Potential zu erschließen und nutzbar zu machen. Für diejenigen, deren Interessen in einer solchen Richtung liegen, eröffnet sich ein weites Betätigungsfeld. Es ist eine faszinierende Geschichte an solchen Entwicklungen teilzuhaben oder sogar gestaltend mitzuwirken. Seid dabei ! Der Grundstein ist gelegt... 

Noch ein paar Begriffe ...
Fuchsjagd Mit Hilfe von tragbaren Peilempfängern werden im Gelände versteckte Sender, die "Füchse" gesucht. Dies findet meist in der Form von Wettbewerben satt, bei denen bis zu fünf Sender in möglichst kurzer Zeit aufzuspüren sind. 
Fieldday Ein "Feldtag" dauert meist ein Wochenende und bezeichnet das gemeinsame Zelten und Campen, wobei auch eine, meist netzunabhängige, Funkstation betrieben wird. Hintergrund ist die Übung für einen Katastrophenfall. In der Praxis ist diese meist jährliche Veranstaltung jedoch ein fröhliches Ereignis für die ganze Familie. 
OM "Old Man", ursprünglich eine Abkürzung aus dem Bereich der Morsetelegraphie. Sie ist im Laufe der Zeit in den Sprachgebrauch übergegangen und bezeichnet einen Funkamateur. Das "old" hat dabei nicht viel zu sagen. Ist der Betreffende erst 14 Jahre, so handelt es sich eben um einen jungen OM.

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Zuletzt geändert am 08.04.2009